Geschichte des Tauflöffels

Das bekannteste Patengeschenk zur Taufe ist der Tauflöffel. Kein Wunder, denn das Schenken eines Tauflöffels zur Taufe hat eine lange Traditon.

Taufgeschenke aus Edelmetallen wie Gold oder Silber werden seit je her dem Taufkind zur Taufe überreicht. Zunächst wurden dem Kind Gold- oder Silbermünzen in die Windel gesteckt. Später kam der Brauch auf, dem Täufling silberne oder goldene Löffel (Tauflöffel) zu schenken.
Die Symbolik dieser Taufgeschenke ist vielschichtig – zum einen sollten Gold und Silber den Wunsch nach Wohlstand zum Ausdruck bringen. Durch das Schenken eines silbernen oder goldenen Tauflöffels kam übrigens die Redewendung “jemand sei mit einem goldenen bezw-silbernen Löffel im Munde geboren” zu stande. Zum anderen wurde dem Taufkind mit diesem Taufgeschenken immer reichlich zu essen gewünscht.

Über die Jahre hinweg entwickelte sich schließlich der Brauch, dass der Täufling zu allen wichtigen Festen seines Lebens mit diesem Löffel aß.
Wenn man bedenkt, dass die Menschen im Mittelalter zum Essen stets ihren eigenen Löffel mitbringen mussten, versteht man um so mehr die Bedeutung eines Tauflöffels als Geschenk zur Taufe. Der Tauflöffel war ein wertvoller Gebrauchsgegenstand, der das Taufkind oft sein Leben lang begleitete. Ein Löffel aus Silber eignete sich zudem besonders gut als Taufgeschenk für Säuglinge, da Silber keimtötend wirkt.

Den Brauch einen silbernen Löffel als Taufgeschenk zu überreichen, führte man vor allem bei Mädchen die Traditon fort, ihr bei allen weiteren Festen (Geburtstag, Namenstag) einen zusätzlichen Teil eines Silberbesteckes zu schenken. Bis zur Konfirmation oder Hochzeit sollte dann das Silber-Service vollständig sein und somit als wertvolle Mitgift/Aussteuer gelten.

Eine noch ältere Tradition als der silberne Tauflöffel besitzt sein Vorgänger der sogenannte Apostellöffel.

Apostellöffel sind die ersten Tauflöffel überhaupt. Apostellöffel (engl. apostle spoon) tauchen im 15. Jahrhundert v.a. in England, Deutschland und Südtirol auf. Sie haben ihren Namen von Apostelfiguren, die am Ende des Griffes befestigt waren. Wurde das Taufkind auf den Namen eines Apostels getauft, so war ein Apostellöffel mit dem jeweiligen Apostel das passende Geschenk zur Taufe.

Viele Jahre war dieser Brauch mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Nun aber kehrt er in etwas veränderter Form zurück und zeigt uns u.a. welche Bedeutung das Wissen um unsere ersten Daten bekommen hat.